Semjon H. N. Semjon und die Künstler:innen und Freund:innen der Galerie danken Herrn Samuel Czarny, CEO der Nicolas Berggruen Holdings, für den neuen Mietvertrag, der am 31.3.2027 enden wird!
Wir danken hier auf dieser Seite den vielen Persönlichkeiten, die hier öffentlich ihre Gedanken zu der Kündigung mitgeteilt haben!
Wir freuen uns, dass durch die Zusammenarbeit mit der Kanzlei RAUE und dem Engagement so vieler Einzelner, auch durch den Offenen Brief der vier Bundestagsabgeordneten Frau Canzel Kiziltepe, Frau Annika Klose, Herr Kevin Kühnert und Herr Michael Müller (unser Ex-Regierender Bürgermeister) und auch durch den Brief von Herrn Senator Klaus Lederer an die Nicolas Berggruen Holdings sicherlich dazu beigetragen wurde, dass es zu einer Rücknahme der Kündigung kam.
Der Schulterschluss so vieler Persönlichkeiten, aber auch die Begleitung aus der Medienwelt (Monopol, Art Newsletter, Tagesspiegel, Berliner Zeitung, rbb kulturradio, Tip, u.a.) war in dieser Angelegenheit sehr wichtig. Wir danken allen Beteiligten von Herzen!
Die gemeinsame Presserklärung (Nicolas Berggruen Holdings, Semjon H. N. Semjon, koordiniert und realisiert durch RAUE) kann hier eingesehen werden.
Berlin, den 27. Oktober 2021
Sehr geehrter Herr Nicolas Berggruen, sehr geehrter Herr Samuel Czarny von der Berggruen Holdings und von Czarny & Schiff Hausverwaltungen, sehr geehrter Herr Regierender Bürgermeister Müller, sehr geehrte Frau Bürgermeisterin in spe, Frau Giffey, sehr geehrter Senator für Kultur und Europa, Herr Lederer, sehr geehrte Damen und Herren der Politik und der Medien, sehr geehrte Berliner Bürger,
wir, die Unterzeichnenden, bitten Sie, Herr Berggruen und Herr Czarny, die Kündigung der Gewerberäume nach 21 Jahren vom Inhaber Semjon H. N. Semjon, Galerist von Semjon Contemporary und Künstler vom „KioskShop berlin (KSb)“, rückgängig zu machen. Sie entziehen damit dem Galeristen die wirtschaftlichen Grundlagen, gefährden seine Existenz und schädigen darüberhinaus die über 20 Künstler:innen, mit denen die Galerie enger zusammenarbeitet. Gleichzeitig verantworten Sie damit die Zerstörung der ortsspezifischen begehbaren künstlerischen Installation „KioskShop berlin (KSb)“, die von 2000 bis 2010 tausende Besucher gesehen und erlebt haben (und ab 5. November 2021 wieder sehen werden), und ein künstlerisches Denkmal zur Wirtschaft- und Warenwelt ist, und gleichzeitig nur in der Nachwendezeit möglich war. Semjon war als Künstler ein Pionier in der Schröderstraße, und hat diese mit seinem KioskShop und seiner Galerie ab 2011 wesentlich mitgestaltet, so sehr, dass das Haus von Ihnen, Herr Berggruen, erworben wurde.
KioskShop berlin hat die sich international neu aufstellende Berliner Kunstszene innovativ und qualitativ bereichert. Wir bitten Sie, sehr geehrte Politiker:innen und Berliner Bürger:innen, sowie Journalist:innen den Dialog mit der Holding zu suchen, um ein Einlenken in der verfahrenen Angelegenheit zu bewirken.
97 Einträge
Helmut LIeß
aus München schrieb am Februar 24, 2022 um 4:23 p.m.
Sehr geehrter Herr Herr Berggruen, sehr geehrter Herr Czarny, Ich kenne Semjon HN Semjon seit langer Zeit. Ich weiß nicht ob 30 Jahre reichen. Ich kenne ihn als Mensch, Künstler, Galeristen und Freund. So lange ich ihn kenne, kämpft er für die KUNST! Hat Großartiges mit gering(st)en Mitteln und viel Engagement geschaffen, selten dabei an sich selber gedacht, meist an Andere. Trotz schwieriger Bedingungen fördert er andere Künstler auf sehr kreative, wunderbare Weise. Mit Wenig erreicht er Viel. In einer öffentlich sehr sichtbaren und wahrgenommenen, also relevanten Dimension. Ich bin immer wieder fasziniert von seiner Kreativität, seinem Durchhaltewillen und seiner positiven Einstellung in durchgehend schwierigen Zeiten. Der Kioskshop und die Galerie sind für mich zu festen Institutionen geworden, die jeden meiner Berlinbesuche aufs Neue bereichern. Ich lebe in München und besuche Kioskshop, Semjon und Semjon Contemporary in regelmäßigen Abständen. Ich meine, seine Kunst und die seiner Künstler machen Berlins und unser aller Leben täglich ein Stück lebenswerter in einer sonst teils gnadenlosen, kalten Welt der Gier und Gewalt. Darum bin ich schockiert darüber, dass eine vermutlich kunstaffine Persönlichkeit wie Sie, Herr Berggruen, bereit ist, dieses Kleinod der Berliner Kunstszene, diese zarte und gleichermaßen bedeutende Quelle des künstlerischen Lebens Berlins zu zerstören, der schnöden Finanzkalkulation zu opfern. Ist Profit wirklich alles? Lieben Sie die Kunst? Dieses Lebenselixier, welches immer wieder unsere Phantasie anregt, unsere Träume beseelt und zu neuen Ideen-Welten inspiriert? Unser aller Leben immer wieder mit Energie füllt, einfach ein Stück lebenswerter macht! Herr Berggruen, Herr Czarny, zeigen Sie Herz, werden Sie nicht zu Putins der Kunst und retten Sie Kioskshop Berlin, Semjon und seine Galerie. Auf jeden Fall für uns Alle, aber vielleicht auch ein wenig für sich selbst! Ich bin überzeugt: nicht nur meine Dankbarkeit ist Ihnen ewig sicher. Mit freundlichen Grüßen, Helmut Ließ
Sehr geehrter Herr Herr Berggruen, sehr geehrter Herr Czarny,
Ich kenne Semjon HN Semjon seit langer Zeit. Ich weiß nicht ob 30 Jahre reichen. Ich kenne ihn als Mensch, Künstler, Galeristen und Freund. So lange ich ihn kenne, kämpft er für die KUNST! Hat Großartiges mit gering(st)en Mitteln und viel Engagement geschaffen, selten dabei an sich selber gedacht, meist an Andere. Trotz schwieriger Bedingungen fördert er andere Künstler auf sehr kreative, wunderbare Weise. Mit Wenig erreicht er Viel. In einer öffentlich sehr sichtbaren und wahrgenommenen, also relevanten Dimension. Ich bin immer wieder fasziniert von seiner Kreativität, seinem Durchhaltewillen und seiner positiven Einstellung in durchgehend schwierigen Zeiten.
Der Kioskshop und die Galerie sind für mich zu festen Institutionen geworden, die jeden meiner Berlinbesuche aufs Neue bereichern. Ich lebe in München und besuche Kioskshop, Semjon und Semjon Contemporary in regelmäßigen Abständen. Ich meine, seine Kunst und die seiner Künstler machen Berlins und unser aller Leben täglich ein Stück lebenswerter in einer sonst teils gnadenlosen, kalten Welt der Gier und Gewalt.
Darum bin ich schockiert darüber, dass eine vermutlich kunstaffine Persönlichkeit wie Sie, Herr Berggruen, bereit ist, dieses Kleinod der Berliner Kunstszene, diese zarte und gleichermaßen bedeutende Quelle des künstlerischen Lebens Berlins zu zerstören, der schnöden Finanzkalkulation zu opfern. Ist Profit wirklich alles? Lieben Sie die Kunst? Dieses Lebenselixier, welches immer wieder unsere Phantasie anregt, unsere Träume beseelt und zu neuen Ideen-Welten inspiriert? Unser aller Leben immer wieder mit Energie füllt, einfach ein Stück lebenswerter macht!
Herr Berggruen, Herr Czarny, zeigen Sie Herz, werden Sie nicht zu Putins der Kunst und retten Sie Kioskshop Berlin, Semjon und seine Galerie. Auf jeden Fall für uns Alle, aber vielleicht auch ein wenig für sich selbst! Ich bin überzeugt: nicht nur meine Dankbarkeit ist Ihnen ewig sicher.
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Nikolaus Bernau
aus Berlin schrieb am Februar 23, 2022 um 6:25 p.m.
Macht es Sinn, Kunst und Kultur aus den eigenen Immobilien zu vertreiben und gleichzeitig Kunst und Kultur als Teil des Immobilienmarketings zu propagieren? Nein. Es kostet wenig, Kunst und Kultur zu unterstützen, bringt aber viel, nicht zuletzt gesellschaftliches Ansehen. Gerade das brauchen Investoren in dieser Stadt. Und braucht diese Stadt Kioske? Ja. Also der Appell: KioskShop soll bleiben. In aller Interesse. Nikolaus Bernau
Macht es Sinn, Kunst und Kultur aus den eigenen Immobilien zu vertreiben und gleichzeitig Kunst und Kultur als Teil des Immobilienmarketings zu propagieren? Nein. Es kostet wenig, Kunst und Kultur zu unterstützen, bringt aber viel, nicht zuletzt gesellschaftliches Ansehen. Gerade das brauchen Investoren in dieser Stadt. Und braucht diese Stadt Kioske? Ja. Also der Appell: KioskShop soll bleiben. In aller Interesse. Nikolaus Bernau... Einklappen
Gustav Seibt
aus Berlin schrieb am Februar 23, 2022 um 5:59 p.m.
Kioskshop ist ein Kunstwerk mit zeitlicher Dimension - wenn es seinen Raum verliert, bricht auch die Diachronie ab, wie bei einem unterbrochenen Musikstück. So etwas über die Jahre zu beherbergen, ist ein großer Gewinn für einen Immobilienbesitz. Früher nannte man es Hausgötter. Sie schützen ihre Eigentümer und bringen Glück. Es ist weise, sie zu hegen. So ein segensreiches Gebilde sollte man nicht zerstören, das würde kein Glück bringen.
Kioskshop ist ein Kunstwerk mit zeitlicher Dimension - wenn es seinen Raum verliert, bricht auch die Diachronie ab, wie bei einem unterbrochenen Musikstück. So etwas über die Jahre zu beherbergen, ist ein großer Gewinn für einen Immobilienbesitz. Früher nannte man es Hausgötter. Sie schützen ihre Eigentümer und bringen Glück. Es ist weise, sie zu hegen. So ein segensreiches Gebilde sollte man nicht zerstören, das würde kein Glück bringen.... Einklappen
Jan Maruhn
aus Berlin schrieb am Februar 23, 2022 um 3:03 p.m.
KioskShop – Oder: Das Warten auf morgen –– Als der KioskShop in der Schröderstraße eröffnete, war ein langes Warten zu Ende. Semjon hatte sich durchgesetzt – trotz vieler Diskussionen, die ich im Vorfeld mit ihm geführt hatte. Doch entgegen meiner Skepsis, die sich vor allem auf die unumgänglichen Kosten bezog, hat sich der Künstler durchgesetzt – wieder einmal. Wir kennen uns schon viele Jahrzehnte und ich konnte Zeuge werden, wie ein junger Mann mit Geist, Geschmack, mit Verstand und einer überbordenden Kraft immer wieder vermochte, seine Ziele zu benennen und sie durchzusetzen. Als junger Künstler ebenso wie als frischer Galerist. Ein Herzstück seiner Arbeit war schon immer der KioskShop. In einer Mischung von Warenfetisch und Schönheit, baute er den KioskShop in ein altes Ladenlokal in Mitte. Die Schränke, Vitrinen und der Tresen entstanden in der Bildhauerwerkstatt im Kulturwerk des bbk berlin, deren Leiter ich seit vielen Jahren bin. Ich war gewissermaßen Geburtszeuge des entstehenden Ladengeschäfts. Und was beeindruckte mich am meisten? Wie Semjon mit unerschütterlichem Schönheitsgeist die elegantesten Ladenmöbel der Welt schuf und sie zu schützenden Hüllen für seine Product Sculptures verwandelte. Der Geruch von Bienenwachs stieg mir in die Nase und ich wusste, dass die Lenorflaschen, der Schokoriegel und die Cola-Flaschen eine wunderbare zweite Haut bekamen, einerseits zum Schutz und noch einmal ganz im Sinne von Schönheitswollen. Die Verwandlung wurde perfekt. Alltagsprodukte wurden zu Fetischen – zweimal geschützt, durch Bienenwachsummantelungen und durch die wunderbaren verglasten Schränke. Zur dritten Hülle wurde der Laden in der Schröderstraße, unabdingbar für Semjons Installation. Semjons Warenwelt gehört an diesen Ort. Nirgends sonst als hier kann sich sein feines Kunstspiel entwickeln. Gewachsen aus seiner Idee, Alltags-Warenwerte mit honighaftem weissen Wachs zu vermählen, erzählen sie mehr davon im Laden in der Schröderstraße. Hier erfahren wir wie Alltägliches durch Umhüllung vom kaufbaren Fetisch sich in unberührbare Totems... Weiterlesen
KioskShop – Oder: Das Warten auf morgen ––
Als der KioskShop in der Schröderstraße eröffnete, war ein langes Warten zu Ende. Semjon hatte sich durchgesetzt – trotz vieler Diskussionen, die ich im Vorfeld mit ihm geführt hatte. Doch entgegen meiner Skepsis, die sich vor allem auf die unumgänglichen Kosten bezog, hat sich der Künstler durchgesetzt – wieder einmal. Wir kennen uns schon viele Jahrzehnte und ich konnte Zeuge werden, wie ein junger Mann mit Geist, Geschmack, mit Verstand und einer überbordenden Kraft immer wieder vermochte, seine Ziele zu benennen und sie durchzusetzen. Als junger Künstler ebenso wie als frischer Galerist.
Ein Herzstück seiner Arbeit war schon immer der KioskShop. In einer Mischung von Warenfetisch und Schönheit, baute er den KioskShop in ein altes Ladenlokal in Mitte. Die Schränke, Vitrinen und der Tresen entstanden in der Bildhauerwerkstatt im Kulturwerk des bbk berlin, deren Leiter ich seit vielen Jahren bin. Ich war gewissermaßen Geburtszeuge des entstehenden Ladengeschäfts. Und was beeindruckte mich am meisten? Wie Semjon mit unerschütterlichem Schönheitsgeist die elegantesten Ladenmöbel der Welt schuf und sie zu schützenden Hüllen für seine Product Sculptures verwandelte. Der Geruch von Bienenwachs stieg mir in die Nase und ich wusste, dass die Lenorflaschen, der Schokoriegel und die Cola-Flaschen eine wunderbare zweite Haut bekamen, einerseits zum Schutz und noch einmal ganz im Sinne von Schönheitswollen. Die Verwandlung wurde perfekt. Alltagsprodukte wurden zu Fetischen – zweimal geschützt, durch Bienenwachsummantelungen und durch die wunderbaren verglasten Schränke. Zur dritten Hülle wurde der Laden in der Schröderstraße, unabdingbar für Semjons Installation. Semjons Warenwelt gehört an diesen Ort. Nirgends sonst als hier kann sich sein feines Kunstspiel entwickeln. Gewachsen aus seiner Idee, Alltags-Warenwerte mit honighaftem weissen Wachs zu vermählen, erzählen sie mehr davon im Laden in der Schröderstraße. Hier erfahren wir wie Alltägliches durch Umhüllung vom kaufbaren Fetisch sich in unberührbare Totems verwandeln kann. Ein Fest für die Augen, ein Gesamtkunstwerk.
Und das alles soll nun vorbei sein? Ich werde sentimental bei dem Gedanken und mich schmerzt der drohende Verlust. Es geht mehr verloren als ein Kunstwerk. Es ist der Geist der frühen Jahre, der Geist eines sich verflüchtigenden Gefühls für die Aufbruchstimmung eines neuen Berlin. Semjon war ein Pionier in der Schröderstraße, als dort die alte Welt ohne Läden und Restaurants auf den Idealismus der Neuen stieß. Und Semjon war einer jener Visionäre, die einem neuen Geist eine Chance geben wollten. Er wollte nichts verkaufen. Eingewachste Milchtüten und wachsumhüllte Bonbons brauchen keine Käufer. Semjon wollte zeigen und unseren Augen Sehen beibringen. Bienenwachs und Alltagsdinge konnten sich versöhnen und ein Laden ist eben nicht nur ein Laden, ein Laden, ein Laden.
Natürlich haben sich die Dinge um uns herum geändert, natürlich hat sich die Straße gefüllt mit schönen Verkaufsgeschäften und Restaurants. Aber dennoch: sollte nicht ein einziger Laden in Berlin erhalten bleiben, der nichts zu verkaufen hat, der allein existiert um seiner Existenz willen? Ein Geschäft, in dem keine Geschäfte gemacht werden und uns alle so in die verlockende Welt von Totem und Tabu einführen kann als ein Augenöffner, der Kommerz und Sinnlichkeit miteinander versöhnt.
Es wäre einfach phantastisch, wenn Nicolas Bergruen uns auf dem Weg begleiten würde.
Jan Maruhn... Einklappen
Sebastian Preuss
aus Berlin schrieb am Februar 23, 2022 um 2:34 p.m.
Wer den Werdegang Semjons und seine viele Aktivitäten als Künstler wie als Galerist verfolgt hat (und das tue ich seit mehr als 30 Jahren), weiß, was auf dem Spiel steht. Seine Galerie und sein KioskShop müssen überleben! Das ist jetzt aber seit der Kündigung in der Schröderstraße ernsthaft gefährdet. Herr Berggruen, Herr Czarny, wie können Sie es ruhigen Gewissens auf sich nehmen, dass durch das Profitstreben Ihrer Firma bereits so viele Berliner Künstler ihr Atelier verloren haben? Und dass nun ein wichtiger, höchst engagierter Galerist, der so viel für die Kunst in Berlin und für "seine" Künstler:innen getan hat, nicht mehr weiß, wie es weitergeht. Es ist niederschmetternd, welche zerstörerische Rolle die Immobilienwirtschaft immer wieder im Leben und der Kultur dieser Stadt spielt. Herr Berggruen, Herr Czarny, der Verlauf der Weltgeschichte und die Wiedervereinigung haben Ihrer Branche in Berlin unverhofft ein Eldorado zugespielt. Dieser profitable Glücksfall, der nicht ihr Verdienst ist, sollte Sie dazu animieren, verantwortlich zu handeln. Eigentum verpflichtet - dieser uralte Spruch ist doch heute so aktuell wie eh und je. Ich will einfach nicht glauben, dass Sie schlechte Menschen sind, die nur von Profitgier getrieben sind. Einigen Sie sich bitte gütlich mit Semjon; es gibt immer einen Kompromiss, mit dem alle Seiten gut leben können. Warum nicht auch in diesem Fall? Beste Grüße, Sebastian Preuss
Wer den Werdegang Semjons und seine viele Aktivitäten als Künstler wie als Galerist verfolgt hat (und das tue ich seit mehr als 30 Jahren), weiß, was auf dem Spiel steht. Seine Galerie und sein KioskShop müssen überleben! Das ist jetzt aber seit der Kündigung in der Schröderstraße ernsthaft gefährdet. Herr Berggruen, Herr Czarny, wie können Sie es ruhigen Gewissens auf sich nehmen, dass durch das Profitstreben Ihrer Firma bereits so viele Berliner Künstler ihr Atelier verloren haben? Und dass nun ein wichtiger, höchst engagierter Galerist, der so viel für die Kunst in Berlin und für "seine" Künstler:innen getan hat, nicht mehr weiß, wie es weitergeht.
Es ist niederschmetternd, welche zerstörerische Rolle die Immobilienwirtschaft immer wieder im Leben und der Kultur dieser Stadt spielt. Herr Berggruen, Herr Czarny, der Verlauf der Weltgeschichte und die Wiedervereinigung haben Ihrer Branche in Berlin unverhofft ein Eldorado zugespielt. Dieser profitable Glücksfall, der nicht ihr Verdienst ist, sollte Sie dazu animieren, verantwortlich zu handeln. Eigentum verpflichtet - dieser uralte Spruch ist doch heute so aktuell wie eh und je. Ich will einfach nicht glauben, dass Sie schlechte Menschen sind, die nur von Profitgier getrieben sind. Einigen Sie sich bitte gütlich mit Semjon; es gibt immer einen Kompromiss, mit dem alle Seiten gut leben können. Warum nicht auch in diesem Fall? Beste Grüße, Sebastian Preuss... Einklappen
Eva Hocke
schrieb am Februar 23, 2022 um 11:35 a.m.
Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral. Aber lieber Herr Berggruen – Sie sind doch schon satt … da können Sie doch die Moral jetzt vorne anstellen … Gehen Sie doch mit gutem Beispiel voran und schützen Sie die Galerie – werden Sie zum guten Beispiel an dem man sich freuen kann … ich kann es mir eigentlich nichts anders vorstellen, als dass alles ein gutes Ende nehmen wird und Semjon weiter arbeiten kann … und die Künstler ihre Galerie behalten!
Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral. Aber lieber Herr Berggruen – Sie sind doch schon satt … da können Sie doch die Moral jetzt vorne anstellen … Gehen Sie doch mit gutem Beispiel voran und schützen Sie die Galerie – werden Sie zum guten Beispiel an dem man sich freuen kann … ich kann es mir eigentlich nichts anders vorstellen, als dass alles ein gutes Ende nehmen wird und Semjon weiter arbeiten kann … und die Künstler ihre Galerie behalten! ... Einklappen
Herr Berggruen, Herr Czarny! Vielleicht können Sie ja jetzt den kulturellen Kahlschlag stoppen, den sie seit einigen Jahren in Berlin vehement umsetzen. Über die dringlichen Appelle, nicht nur unsere 12 Ateliers in der Hagelbergerstraße in Berlin Kreuzberg, sondern die gewachsene Struktur eines typischen Berliner Gewerbehofs zu erhalten, haben Sie sich umbarmherzig hinweggesetzt und wie unbeteiligt ihr Kündigung durchgesetzt. Sie beteiligen sich mit dieser Entscheidung an der Verdrängung von Kultur aus dieser Stadt. Das klingt nach großen Worten, ist aber nur eine einfache und sachliche Feststellung. Die Berliner Kultur verliert an allen Ecken und Enden Platz für ihre Existenz. Für Sie als Eigentümer geht es um eine Aufwertung Ihrer Immobilie. Für den Standort der Berliner Kultur ist es ein weiterer Stein, der wegbröckelt. Die Stadt verliert ihren Charakter, das was sie immer ausgezeichnet hat. Auch hier muss man aufschreien und sagen: Nein! So geht es nicht! Sie sollten in die Zukunft dieser Stadt investieren. Diese Stadt aber ist eine Stadt der Kultur. Und die Kultur braucht Vermieter und Investoren, die das in ihre Pläne mit einbeziehen. Retten Sie wenigstens den Kioskshop und die Galerie Semjon Contemporary!
Herr Berggruen, Herr Czarny! Vielleicht können Sie ja jetzt den kulturellen Kahlschlag stoppen, den sie seit einigen Jahren in Berlin vehement umsetzen. Über die dringlichen Appelle, nicht nur unsere 12 Ateliers in der Hagelbergerstraße in Berlin Kreuzberg, sondern die gewachsene Struktur eines typischen Berliner Gewerbehofs zu erhalten, haben Sie sich umbarmherzig hinweggesetzt und wie unbeteiligt ihr Kündigung durchgesetzt.
Sie beteiligen sich mit dieser Entscheidung an der Verdrängung von Kultur aus dieser Stadt. Das klingt nach großen Worten, ist aber nur eine einfache und sachliche Feststellung. Die Berliner Kultur verliert an allen Ecken und Enden Platz für ihre Existenz. Für Sie als Eigentümer geht es um eine Aufwertung Ihrer Immobilie. Für den Standort der Berliner Kultur ist es ein weiterer Stein, der wegbröckelt. Die Stadt verliert ihren Charakter, das was sie immer ausgezeichnet hat. Auch hier muss man aufschreien und sagen: Nein! So geht es nicht!
Sie sollten in die Zukunft dieser Stadt investieren. Diese Stadt aber ist eine Stadt der Kultur. Und die Kultur braucht Vermieter und Investoren, die das in ihre Pläne mit einbeziehen.
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Nataly Hocke
aus Berlin schrieb am Februar 23, 2022 um 3:13 a.m.
Herr Berggruen, Herr Czarny! Retten Sie den Kioskshop und die Galerie Semjon Contemporary! Es ist eine unerträgliche Vorstellung, dass wir im Begriff sind, diesen kulturellen Ort zu verlieren. Der Schröderstrasse würde das Herz herausgerissen. In diesem Fall können wir glücklicherweise noch rechtzeitig darauf hinweisen, dass Werte sinnlos zerstört würden. Es ist noch nicht zu spät! Sie können in Zukunft nur profitieren, wenn sie dieses Kunstwerk und die Galerie erhalten. Ich spreche auch für die Kinder der Künstlerinnen und Künstler der Galerie, die nächste Generation. Für sie ist die Galerie ein Ort, wo die Kunst zu Hause ist und vermittelt wird. Warum soll die Galerie jetzt zumachen? Immer wieder gerate ich in Erklärungsnot. Nataly Hocke
Herr Berggruen, Herr Czarny!
Retten Sie den Kioskshop und die Galerie Semjon Contemporary!
Es ist eine unerträgliche Vorstellung, dass wir im Begriff sind, diesen kulturellen Ort zu verlieren. Der Schröderstrasse würde das Herz herausgerissen.
In diesem Fall können wir glücklicherweise noch rechtzeitig darauf hinweisen, dass Werte sinnlos zerstört würden. Es ist noch nicht zu spät! Sie können in Zukunft nur profitieren, wenn sie dieses Kunstwerk und die Galerie erhalten.
Ich spreche auch für die Kinder der Künstlerinnen und Künstler der Galerie, die nächste Generation. Für sie ist die Galerie ein Ort, wo die Kunst zu Hause ist und vermittelt wird. Warum soll die Galerie jetzt zumachen? Immer wieder gerate ich in Erklärungsnot.
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Semjon Contemporary betrieben vom Künstler und Galeristen Semjon Semjon ist eine Institution in Berlin Mitte. Semjon ist nicht nur ein herausragender Kurator mit einem sehr großen Talent für die kuratorische Zusammenführung verschiedener Positionen, er beweist auch, seine Leidenschaft für die Kunst durch sein jahrelanges Durchhaltevermögen, sein Glauben an die einmal auserwählten Künstler:innen. Es braucht Menschen, wie Semjon und Räume wie die Galerie Semjon Contemporary besonders in diesen Zeiten. Kunst darf niemals hinter Profit zurückstehen müssen. Wir fordern dringend den Erhalt der Galerie als Erfahrungsraum und Beobachtungsraum des Lebens durch die Sprache der Kunst.
Semjon Contemporary betrieben vom
Künstler und Galeristen Semjon Semjon ist eine Institution in Berlin Mitte.
Semjon ist nicht nur ein herausragender Kurator mit einem sehr großen Talent für die kuratorische Zusammenführung verschiedener Positionen, er beweist auch, seine Leidenschaft für die Kunst durch sein jahrelanges Durchhaltevermögen, sein Glauben an die einmal auserwählten Künstler:innen. Es braucht Menschen, wie Semjon und Räume wie die Galerie Semjon Contemporary besonders in diesen Zeiten. Kunst darf niemals hinter Profit zurückstehen müssen.
Wir fordern dringend den Erhalt der Galerie als Erfahrungsraum und Beobachtungsraum des Lebens durch die Sprache der Kunst.... Einklappen
Gerda Schütte
aus Paris schrieb am Februar 22, 2022 um 11:15 a.m.
Kunststätten und Kunstwerke zu vernichten, erinnert mich an böse Zeiten. Hier geht es jedoch nicht um diktatorische Maßnahmen. Hier geht es um Habsucht. Es ist die Aufgabe der Angestellten einer Holding, Geld zu vermehren. Wirtschaftlich betrachtet, weiss man aber auch, dass sich langfristig Einsparungen von Ausgaben für Kunst und Bildung nicht auszahlen. Sich für Kunst und Bildung einzusetzen und sich gegen den kulturellen Raubbau, wie er sich aktuell in Berlin abzeichnet, stark zu machen, sollte deshalb Aufgabe unserer Gesellschaft, unseres Staates und unserer Politiker sein.
Kunststätten und Kunstwerke zu vernichten, erinnert mich an böse Zeiten. Hier geht es jedoch nicht um diktatorische Maßnahmen. Hier geht es um Habsucht. Es ist die Aufgabe der Angestellten einer Holding, Geld zu vermehren. Wirtschaftlich betrachtet, weiss man aber auch, dass sich langfristig Einsparungen von Ausgaben für Kunst und Bildung nicht auszahlen. Sich für Kunst und Bildung einzusetzen und sich gegen den kulturellen Raubbau, wie er sich aktuell in Berlin abzeichnet, stark zu machen, sollte deshalb Aufgabe unserer Gesellschaft, unseres Staates und unserer Politiker sein.... Einklappen